Im Gespräch mit Architekt Julian Kuhnle

Interview zum Blautopf-Areal vom 04.06.2025

Guten Tag Herr Kuhnle! Möchten Sie sich einmal kurz vorstellen?

Mein Name ist Julian Kuhnle und ich bin Mitarbeiter im Architekturbüro Stemshorn Kopp in Ulm. Das Büro ist interdisziplinär aufgestellt mit einem Fachbereich für Städtebau und Stadtplanung und dem Fachbereich Hochbauarchitektur. Wir arbeiten Fachbereichsübergreifend und entwickeln unsere Projekte aus dem Ort heraus mit einer klaren städteräumlichen Idee. Außerdem umfasst unsere Kernkompetenz den Bereich Sanierung und Denkmalpflege. Ich bin Teil des Projektteams seit der ersten Skizze zum Ideen- und Realisierungswettbewerb im Jahr 2021 und kann nun die Realisierung des Blautopfareal mitbegleiten.

Was ist für sie das Besondere an diesem Projekt?

Das Besondere ist ganz eindeutig der Blautopf und das Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen. Der Blautopf mit seinem Naturraum und den Gebäuden darum bildet einen Spannungsraum, der mit vielen Emotionen, Erinnerungen und einer gewissen Verklärung und Romantisierung verbunden ist. Auch für mich. Ich bin in Blaubeuren aufgewachsen, ging unter anderem an das örtliche Gymnasium. Dennoch hat das Areal rund um den Blautopf in den letzten Jahren stark gelitten. Eine Modernisierung ist unumgänglich. Diese Modernisierung muss mit großem Feingefühl stattfinden, damit der emotionale Raum nicht verloren geht. Dennoch müssen an den passenden Stellen Veränderungen stattfinden, die nicht mehr funktionieren und dem gesellschaftlichen Wandel nicht Stand halten. Das Planen und Entwerfen in diesen Zwischenräumen im starken Austausch mit den Kollegen der Landschaftsarchitektur war und ist ungemein spannend.

Das Areal ist in der Zwischenzeit in der Realisierung angekommen. Was planen sie konkret?

Ganz konkret plane ich an vier Gebäuden, die zusammen den neuen Auftakt zum Rundweg bilden. Zum einen die zwei Gebäude der historischen Hammerschiede und der neuen Gastronomie direkt an das Staubecken des Blautopfs angrenzend, zum anderen das historische Gebäude Blautopfstraße 7 mit dem dahinterliegenden Neubau, der die neuen öffentlichen Toiletten für das Areal beinhaltet. Das bedeutet es handelt sich um zwei Sanierungsaufgaben und einen Neubau.

Was sind die besonderen Herausforderungen dabei?

Sanierungsarbeiten sind im Regelfall immer herausfordernd. Wir müssen mit Situationen und Bausubstanz umgehen, die im ersten Moment oftmals nicht ersichtlich sind. Das kann sowohl positiv als auch negativ sein. Ein anderer Aspekt sind unter anderem Touristen und auch Bürger, die trotz Baustelle den Blautopf besichtigen wollen. Das kann ein gewisses Konfliktpotenzial beinhalten. Und zuletzt sind es auch die räumlich beengten Verhältnisse, in denen gebaut werden muss.

Und zum Abschluss noch ein Blick in die Zukunft. Worauf freuen Sie sich, wenn alles fertig ist?

Ich freue mich auf den ersten Blick, wenn etwas fertig ist. Wenn aus der abstrakten Idee eine Realität geworden ist und das gebaute Umfeld die Idee zum greifen bringt und die Vorstellung funktioniert. Ich glaube, dass wir als Planerteam die richtigen Stellen gefunden haben um das Areal weiter zu entwickeln. Darauf freue ich mich. Die Qualitäten, die entstehen um dann dort wieder in Ruhe das Spektakel Blautopf zu genießen.


Vielen Dank für das Gespräch!

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