Zum Unternehmen
Die Wüstenrot Haus und Städtebau GmbH (WHS) besteht seit 1949 und hat seit 1971 etwa 460 Sanierungsgebiete in mehr als 265 Städten und Gemeinden als Sanierungsträger betreut. Als Grundlage für die Stadtentwicklung werden strukturierte und zukunftsorientierte Stadtentwicklungskonzepte erarbeitet. Diese zeigen den Auftraggeberinnen und Auftraggebern langfristig und konsequent den Weg in der städtebaulichen Weiterentwicklung auf und bilden die Basis für künftige Entscheidungen. Die Geschäftsbereiche der WHS bauen aufeinander auf und decken den gesamten Immobilienprozess ab – von der Baulandentwicklung und Erschließung über die Projektentwicklung und Realisierung von Gebäuden bis hin zu Stadtentwicklung und Immobilienmanagement für einzelne Gebäude oder ganze Quartiere.
Im Gespräch zum Blautopf-Areal mit Julia Model von der Wüstenrot Haus und Städtebau GmbH vom 20.06.2025
Wir haben mit Frau Model über Ihre Tätigkeiten für das Blautopf-Areal und die damit verbundenen Herausforderungen gesprochen.
Guten Tag Frau Model, möchten Sie sich einmal kurz vorstellen?
Guten Tag, ich bin Julia Model, gelernte Stadtplanerin und betreue als Projektleiterin der WHS für die Stadt Blaubeuren seit einigen Jahren das Sanierungsgebiet Blautopf-Areal. Das bedeutet, dass ich für die Stadt Anträge auf Fördermittel geschrieben habe, um unterschiedliche Fördermittel aus dem Landes- und Bundeshaushalt am Blautopf-Areal einsetzen zu können. Zudem durfte ich die Durchführung des europaweit ausgeschriebenen Ideen- und Realisierungswettbewerbs des Areals betreuen.
Was ist für Sie besonders an dem Projekt?
Besonders am Projekt ist für mich, dass neben der Städtebauförderung von Bund und Land Baden-Württemberg auch umfangreiche Fördermittel über das Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes beantragt und bewilligt wurden. Im Ergebnis erhoffen wir uns einen Anteil der Fördermittel an den Gesamtkosten von ca. der Hälfte. Das wäre eine sehr erfreuliche Förderquote. Und nicht zu vergessen, der wunderschöne Blautopf, angrenzend an die Innenstadt und umgeben von der herrlichen Landschaft! Wenn ich wieder einen Termin in Blaubereuen habe, freue ich mich jedes Mal.
Welche Herausforderungen birgt das Projekt für Sie?
Das Projekt besteht aus fördertechnischer Sicht aus einer zahlreichen Anzahl kleiner Maßnahmen, z.B. die Modernisierung der Blautopfstraße 7, die Umgestaltung des nördlichen Uferwegs, etc. Das macht die Zuordnung von Kosten zu einzelnen Maßnahmen wegen unterschiedlicher Förderprogramme und -sätzen notwendig. Dies muss ich immer wieder den beteiligten Planern ins Gedächtnis rufen. Weiterhin können Einsparmaßnahmen bei den Maßnahmen auch Auswirkungen auf die Bereitstellung von Fördermitteln haben, sodass ich hier in enger Abstimmung mit den Fördermittelgebern bin und stetig über den Fortgang des Projektes informiere. Auch die laufende weitere Fördermittelakquise ist relevant, da die Fördermittellandschaft ständig in Bewegung ist. Erklärtes gemeinsames Ziel ist, einen hohen gestalterischen und funktionalen Anspruch umzusetzen.
Wo sehen Sie die Stadt Blaubeuren in 10 Jahren?
Ich sehe den Blautopf vor mir und das Umfeld mit Café, Sitzstufen am Ufer und kleinen Brücken. Die Leute genießen die besondere Atmosphäre und man kann sich nicht mehr vorstellen, dass es früher mal anders ausgesehen hat. Ich gehe von gestiegenen Tourismuszahlen aus und hoffe, dass sich dies auch in der kommunalen Finanzsituation niederschlagen wird. Dies würde das Potenzial bergen, den Blick für bauliche Veränderungen auf Bereiche abseits des engeren Blautopfumfelds zu richten, für die der Ideenteil des Wettbewerbs bereits interessante Maßnahmen vorgeschlagen hat – wie zum Beispiel für den Bereich des Stadtparks. Könnten diese Bereiche ebenso aufgewertet werden, würden ggf. mehr Touristen als heute noch länger verweilen und nicht nur den Blautopf wahrnehmen, sondern die Stadt Blaubeuren gesamt.
Vielen Dank für das Gespräch!