Historischer Hintergrund
Blaubeuren verfügt über einige denkmalgeschützte historische Wehranlagen, die in früherer Zeit der Wasserversorgung und Wassernutzung dienten. So waren beispielsweise die Gerber und Müller Blaubeurens für ihre tägliche Arbeit auf die Wasserkraft angewiesen. Aufgrund des Denkmalschutzes ist auch die Sanierung der Wehranlage an der Albwasserversorgung im östlichen Teil des Blautopfes entsprechend aufwendig.
Sanierungsmaßnahmen
Bei diesem Bauvorhaben am östlichen Rand des Blautopfs handelt es sich um eine sogenannte „Wasserbaustelle“: Die Inseln der Blau werden durch einen Steg vom nördlichen Blautopfufer über die Insel an das südliche Blautopfufer verbunden. Der momentan bestehende Wartungssteg für die Wehranlage wird durch einen öffentlich zugänglichen Steg ersetzt, der so die Begehbarkeit des kurzen Blautopfrundwegs ermöglicht. In Zeiten der Wartung wird der öffentliche Weg kurzzeitig gesperrt.
Der Steg verbindet nicht nur die Insel mit seinen Ufern, sondern erschließt auch das nördliche Inselgebäude. In dessen Erdgeschoss wird zukünftig phasenweise die historische Kolbenpumpe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Außerdem können Besucher dann auch durch das Gebäude die West- und Ostseite der Insel begehen.
Der Bauabschnitt hat einige Herausforderungen: Im Jahr 2023 wurde festgestellt, dass das historische Wehr in der Fundamentierung unterspült wurde. Die Wasserbaustelle musste daher zunächst trocken gelegt und durch moderne Wehranlagen und Technologien zur Erzeugung von Strom über Turbinen ergänzt werden. Auch Hochwasser kann die Baustelle teilweise beeinträchtigen. Darüber hinaus mussten die Laichzeiten von Bachforelle, Groppe und Bachneunauge sowie die Brutzeiten von Wasseramsel und Gebirgsstelze abgewartet werden.
Baufortschritt Stand Q3 2024
Im ersten Schritt errichtet die Firma Blautal GmbH aus Blaubeuren zusammen mit den Ingenieuren Wassermüller aus Ulm in der Bauleitung eine neue Wehranlage für den Zweckverband der Albwasserversorgungsgruppe III.
In diesem Zusammenhang entstehen seit 15. Mai 2024 Baustelleneinrichtungen, Montage- und Demontagearbeiten an den Geländern der Uferbereiche und verschiedene konstruktive Arbeiten, die für die Errichtung des Wehrs und des darüber führenden Fußgängerstegs erforderlich sind. Dabei werden während der Baumaßnahme Bereiche rund um die Gebäude der Albwasserversorgungsgruppe nicht zugänglich sein. Die Baumaßnahme soll bis zum 4. Quartal 2024 beendet sein. Rettungswege u. a. für die Feuerwehr und die Zufahrt für Anwohner können weiterhin genutzt werden.
Geplanter Sanierungszeitraum
2. Quartal 2024 bis 4. Quartal 2025
Projektteam
Planerisch zuständig sind das Ingenieurbüro Wassermüller Ulm und das Landschaftsarchitekturbüro silands.